Direktvergleich
InSoil vs. Lande: Welche Plattform ist besser?
Zwei ECSP-lizenzierte Agrarplattformen ohne Rückkaufgarantie. Der Direktvergleich klärt, wo dein Geld sicherer liegt, welche Plattform mehr offenlegt und für wen sich welche lohnt.
Keine Anlageempfehlung
InSoil vs. Lande: Bewertung und Kennzahlen
Beide verleihen dein Geld direkt an Landwirte, besichern mit Land und Maschinen und geben keine Rückkaufgarantie. Der Unterschied ist der Sicherheitsabstand: Lande beleiht höchstens 60 % des Sicherheitenwerts und im Schnitt nur 41 %, InSoil bis 70 %. Dafür legt InSoil mehr Zahlen offen. Für die meisten ist Lande derzeit die ruhigere Wahl, mit kürzeren Verzügen und einer profitablen Betreiberfirma.
| Kriterium | InSoil | Lande |
|---|---|---|
| Gesamtnote | — besser in dieser Zeile | |
| Sicherheit & Regulierung | 8,0 | 8,0 |
| Transparenz | 9,0 — besser in dieser Zeile | 8,0 |
| Track Record & Stabilität | 6,0 | 7,0 — besser in dieser Zeile |
| Rendite & Konditionen | 5,0 | 7,0 — besser in dieser Zeile |
| Anlegerfreundlichkeit & Liquidität | 6,0 | 8,0 — besser in dieser Zeile |
| Eröffnungsbonus | 50 € Sofortbonus für deinen Start | 3 % Cashback auf alle Primärmarkt-Investitionen der ersten 30 Tage |
| Ø Nettorendite p. a. | 8,0 % | 11,2 % — besser in dieser Zeile |
| Mindestanlage | 100 € | 50 € — besser in dieser Zeile |
| Segment | Besicherte Agrarkredite | Besicherte Agrarkredite mit niedrigem LTV |
| Am besten für | Besicherte Agrarkredite | Agrarkredite mit Land als Sicherheit |
| Gegründet | 2020 | 2020 |
| Regulierung | ECSP-lizenziert (Bank of Lithuania, Nr. LB002201) | Crowdfunding-Dienstleister (ECSP, Latvijas Banka) |
| Beaufsichtigt | ||
| Zweitmarkt | ||
| Auto-Invest | ||
| Laufzeiten | 11–48 Monate | 3–60 Monate |
| Länder | Litauen, Lettland, Polen, Portugal, Bulgarien | Lettland, Litauen, Rumänien, Polen |
| Gebühren | Keine Investitionsgebühr; 1 % Sekundärmarkt | Keine Anlegergebühren |
| Jetzt eröffnen50 € Bonus | Jetzt eröffnen3 % Cashback | |
Alle Werte stammen aus den Datenblättern der beiden Plattformen. Hervorgehoben ist jeweils der bessere Wert; bei Gebühren, Segment und Laufzeiten fehlt die Hervorhebung, weil sich dort keine Richtung eindeutig als besser bestimmen lässt. Wie wir bewerten →
Höhere Absicherung bei Lande
Bei der Regulierung nehmen sich die beiden nichts. InSoil wird von der UAB Heavy Finance aus Vilnius betrieben, ECSP-lizenziert von der Bank von Litauen seit Juli 2023. Hinter Lande steht die SIA LANDE Platform, seit Februar 2024 von der Latvijas Banka zugelassen. Beide vergeben ihre Kredite selbst und besichern diese mit Agrarland und Maschinen. Eine Rückkaufgarantie gibt es dafür nicht.
Wenn man bewerte möchte, wie gut ein Kredit abgesichert ist, ist Beleihungsquote (LTV) die wichtigeste Kennzahl Also Kreditsumme geteilt durch Sicherheitenwert. Ein niedriger Wert heißt mehr Abstand zwischen Kredit und Sicherheit, also mehr Schutz, wenn die Verwertung weniger einbringt als erhofft.
Lande beleiht höchstens 60 %, nach eigener Angabe 40 bis 60 %, und laut Statistik im Schnitt sogar nur 41 % (Statistik, Anfang September 2026). InSoil beleiht bis 70 % und damit etwas höher, wobei die durchschnittliche Beleihungsquote uns nicht bekannt ist. InSoil-Kredite haben zwar einen höheren LTV und damit erstmal eine leicht schlechtere Absicherung, allerdings ist ein Großteil der litauischen Kredite über den litauischen Agrarkredit-Garantiefonds abgesichert, der bei Ausfall einspringt.
Landes eigene Garantie klingt größer, als sie für dich ist. Die Plattform wirbt mit einer EIF-Garantie über 10,4 Mio. €. Laut Fußnote im Jahresabschluss 2025 deckt sie aber nur Kredite der Tochterfirmen, nicht die, die du auf der Plattform zeichnest.
Dazu ist dein Geld bei Lande kürzer gebunden. Die Kredite laufen im Schnitt 21 Monate, und bei mehreren Tilgungsprofilen kommt schon während der Laufzeit Kapital zurück. InSoil vergibt endfällige Kredite (Bullet): Zinsen werden laufend ausgezahlt, das Kapital kommt erst am Ende (im Schnitt nach 36 Monaten, siehe Statistik).
InSoil hat mehr Verzug und schreibt noch Verluste
Fangen wir beim Verzug an. Bei Lande stehen von 65,2 Mio. € rund 3,0 Mio. € im Ausfall (4,6 %) und weitere 6,0 Mio. € in den Verzugsstufen, zusammen knapp 14 % (Statistik). Bei InSoil sind es 11,57 Mio. € ausgefallenes Kapital, 10,51 % der Vergabe (Statistik), und laut Quartalsbericht Q1 2026 stehen 13,9 % seit mehr als 90 Tagen offen.
Wichtiger als die Höhe ist das Alter der Rückstände. Von Landes 9,0 Mio. € hinter dem Zeitplan liegen 3,7 Mio. € in der kürzesten Stufe von 5 bis 30 Tagen. Es ist z.B. nicht unüblich, dass Landwirte aufgrund späterer Ernten oder Ausfällen Rückzahlungen mit Verzögerung bedienen. Bei dieser Art von P2P Krediten normal und erstmal kein Alarmsignal. Bei InSoil steckt der größere Teil in den langen Verzügen, welche oft in der Verwertung landen. Totalverluste hat trotzdem bei keiner der beiden bisher ein Anleger erlitten, so die beiden ausgewerteten Analysen.
InSoil zeigt auch, aus welchen Ländern die Ausfälle kommen, und das ist ein echter Pluspunkt. Der Quartalsbericht schlüsselt jedes Land auf. In Litauen laufen 86,1 % der Kredite planmäßig oder sind zurückgezahlt, in Lettland 85,6 %, in Portugal nur 62,1 % und in Polen 54,6 %. Beim Kapital über 90 Tage Verzug führen Portugal (31,5 %), Bulgarien (29,8 %) und Polen (28,7 %). Mit dem Autoinvest kannst du hier gezielt gegensteuern.
Der zweite Schwachpunkt steht in der Bilanz. InSoils Abschluss 2025 zeigt bei 2,68 Mio. € Umsatz einen Verlust vor Steuern von 182.951 €. Der ausgewiesene Gewinn von 332.606 € kommt allein aus einem latenten Steuerertrag, nicht aus dem Geschäft. 2024 stand ein Verlust von 1,64 Mio. € in den Büchern (später auf 1,78 Mio. € korrigiert). Den 636.326 € Eigenkapital stehen 7,42 Mio. € Schulden gegenüber, und die Firma schrumpfte von 20 auf 13 Leute. Den Abschluss 2025 prüfte eine kleinere Kanzlei als den von 2024 (Grant Thornton Baltic); beide Urteile sind sauber, der Wechsel fällt aber in das Jahr, dessen Gewinn nur aus latenten Steuern stammt.
Ein starkes Gegenargument gibt es. Am 30. Juni 2026 gab Pollen Street Capital InSoil eine besicherte Kreditlinie über 120 Mio. €; die damit finanzierten Kredite sichert der Europäische Investitionsfonds ab. Wer so viel Geld gegen ein Kreditbuch stellt, hat es vorher geprüft. Diese Kredite liegen allerdings, wie bei Lande, auf der Firmenbilanz und nicht im Plattformportfolio.
Ein interessantes und in der P2P-Szene eher umstrittenes Angebot von InSoil sind die Green Loans. Diese sollen ihre Rendite aus dem späteren Verkauf von CO₂-Zertifikaten ziehen. Anfangs wurden diese mit hohen Renditen von über 13% beworben. Ob das tatsächlich haltbar ist, wird sich erst noch zeigen. Die sieben, die Anfang 2026 zurückkamen, brachten jedenfalls nur 0 bis 0,8 % p.a.
Teilweise knappes Kreditangebot bei Lande
Landes Betreiber steht finanziell solide da. Der Abschluss 2025 weist 2.364.019 € Umsatz, 206.485 € Gewinn und 722.593 € Eigenkapital aus, das zweite Gewinnjahr in Folge. Frisches Geld von außen braucht die Firma nicht. Genannt ist nur die Prüferin, Olga Kuzmiča von Orients Audit & Finance; ihr Bericht selbst fehlt in der veröffentlichten Datei.
Was bei Lande noch Ausbaufähig ist, ist das Kreditangebot. Z.B. standen Anfang Juli 2026 für die 10.900 Anleger nur rund 15 Projekte gleichzeitig zur Wahl. Da Agrarkredite ein saisonales Geschäft sind, schwankt das angebot entsprechend. Je nach Lage kann es daher dauen, bis der Autoinvest die Beträge entsprechend verteilt (Cash Drag).
Lande's Nettorendite liegt laut bei Langzeit-Depots bei 8 bis 10 % und der Mai-Bericht 2026 nennt 12,39 % Durchschnittszins, also den Kupon vor Verzügen. InSoil legt hier mehr offen. Die Anfang 2026 komplett zurückgezahlten Kredite brachten im Schnitt 13,67 %, doch übers ganze Portfolio kommen Anleger mit weniger raus. Der Autor von rethink-p2p nennt für sich 7,84 %, Jean Galea zitiert eine BeyondP2P-Analyse mit rund 4,5 %. Beworben ist bei beiden mehr, als ankommt. Nur bei InSoil kannst du es an offengelegten Verzugs- und Recovery-Zahlen nachrechnen.
Was passiert, wenn ein Kredit ausfällt?
Wie oben schon beschrieben, bieten weder Lande noch InSoil eine Rückkaufgarantie an. Fällt ein Landwirt aus, muss die Sicherheit verwertet werden. Das heißt Land, Maschinen etc. müssen verkauft werden. Dein Kapital bleibt so lange blockiert. Wie hoch deine Changen sind, dein Geld wiederzubekommen hängt dann davon ab, wie hoch der LTV ist und wie git die entsprechenden Werte verkauft werden können. Interessant ist hier ein Blick auf die Zahlen der erfolgreichen Verwertungen: InSoil veröffentlicht die Verwertungsquote je Jahrgang. Aus den Krediten, die in der zweiten Hälfte 2021 ausfielen, sind inzwischen 110,35 % zurückgeflossen; im ersten Quartal 2026 kamen 957.468 € herein, insgesamt 6,24 Mio. € (Quartalsbericht). Lande meldet monatlich die Inkasso-Stufen und im Mai 2026 die volle Eintribung eines litauischen Ausfalls (Bericht). Eine durchschnittliche Dauer konnten wir nicht ermitteln. Häufig wird in solchen Szenarian von 250 Tagen ausgegangen.
Das Gute ist, dass während der Verwertungszeit der normale Zins bei beiden weiterläuft. Hinzu kommt ein Verzugsaufschlag, den die beiden Plattformen unterschiedlich behandeln: Bei InSoil zahlt der Kreditnehmer 0,2 % pro Tag; die Hälfte davon behältst du, die andere Hälfte geht als Gebühr an die Plattform (Preisliste). Bei Lande behalten laut Kreditbedingungen Betreiber und Treuhänder den kompletten Aufschlag.
Verspätete Kredite loszuwerden gestaltet sich bei beiden als schwierig. Landes Zweitmarkt nimmt nur pünktliche Kredite; Verzug, Ausfall und Full-Bullet sind gesperrt. InSoils Sekundärmarkt ist offen, allerdings müsstest du schon hohe Abschläge in Kaufe nehmen, um verzögerte Kredite loszuwerden.
Für wen eignet sich InSoil, für wen Lande?
InSoil ist etwas für Selbstentscheider. Du filterst im Auto-Invest nach Rating, Land, Sicherheit und Beleihung, und die Quartalsberichte zeigen dir hinterher, wie gut deine Wahl aufging. Dafür zahlst du mit rund drei Jahren Laufzeit, 15 % litauischer Quellensteuer (mit dem Formular DAS-1 vorab auf 10 %) und einer Oberfläche nur auf Englisch und Litauisch (Kontoführung).
Lande ist etwas für alle, denen Sicherheit und regelmäßiger Rückfluss wichtiger sind als die Auswahl. Niedrige Beleihung, laufende Rückflüsse, deutsche Oberfläche, kein Steuerabzug an der Quelle. Die Kehrseite ist das knappe Angebot, sodass dein Geld manchmal liegt, bis ein passendes Projekt kommt.
Für dich, wenn du InSoil wählst
Du willst selbst steuern, nach Land, Rating und Sicherheit filtern und vierteljährlich sehen, wie jede Gruppe läuft, und nimmst dafür lange Laufzeiten und etwas Steuer-Papierkram in Kauf.
Jetzt eröffnen50 € BonusFür dich, wenn du Lande wählst
Du willst einen großen Sicherheitsabstand, regelmäßige Rückflüsse und eine deutsche Oberfläche ohne Steuerabzug, und kommst mit einem knappen Projektangebot klar.
Jetzt eröffnen3 % CashbackDu musst dich nicht für eine entscheiden, beide gehen auch zusammen. Weil sie aber am selben Sektor liegen, an denselben Wetter-, Subventions- und Preisrisiken, trifft ein schlechtes Erntejahr in Osteuropa beide gleichzeitig. Landwirtschaft ist deshalb ein guter Baustein fürs Depot, einer neben anderen. Wie du dir eine gute Diversifizierung für P2P Kredite aufbaust, kannst du Diversifikation.
Unterm Strich liegt Lande im Plattform-Vergleich derzeit vorn, und beide kommen von entgegengesetzten Seiten. InSoil ist größer, offener und hat einen großen Geldgeber im Rücken, trägt aber mehr Verzug und eine Firma, die noch keinen operativen Gewinn macht. Lande ist kleiner, profitabel und vorsichtiger, zeigt dafür weniger Zahlen und hat weniger Projekte.
Kein Einlagenschutz
Häufige Fragen
InSoil oder Lande, welche lohnt sich mehr?
Das hängt davon ab, worauf du deine Sicherheit stützt. Lande vergibt Kredite bis zu 60 % des Sicherheitenwerts und liegt im Schnitt sogar bei nur 41 %, tilgt bei mehreren Tilgungsprofilen schon während der Laufzeit und behält keine Quellensteuer ein. InSoil geht bis 70 % Beleihung und bindet dein Geld bis zum Laufzeitende, legt dafür aber Recovery und Performance je Land und Rating-Klasse quartalsweise offen. Im Plattform-Vergleich liegt Lande derzeit vor InSoil.
Welche der beiden Agrarplattformen ist sicherer?
Beide sind ECSP-lizenziert, beide besichern real, keine von beiden verspricht einen Rückkauf. Der Unterschied liegt in der Beleihung und im Verzug: Lande vergibt Kredite bis 60 % des Sicherheitenwerts, bei InSoil sind es bis zu 70 %, und bei Lande ist der größte Teil des Rückstands nur wenige Wochen alt, während bei InSoil 13,9 % der gesamten Vergabe seit mehr als 90 Tagen überfällig sind. Dafür würde bei einem Teil der litauischen InSoil-Kredite ein staatlicher Garantiefonds einspringen, nach der Auswertung von rethink-p2p mit bis zu 80 % der ausstehenden Kreditsumme. Wie die Kriterien gewichtet werden, steht in der Bewertungsmethodik.
Kann man in beide Plattformen gleichzeitig investieren?
Ja, der Zusatznutzen ist hier aber kleiner als bei zwei verschiedenen Kreditarten. Beide hängen am selben Sektor und damit an denselben Wetter-, Subventions- und Erzeugerpreiszyklen; ein schlechtes Erntejahr trifft beide Portfolios gleichzeitig. Landwirtschaft gehört deshalb als kleiner Baustein ins Depot, nicht als Schwerpunkt. Wie viel Gewicht P2P insgesamt verträgt, behandelt ein eigener Beitrag zur Diversifikation.
Fällt bei InSoil litauische Quellensteuer an, bei Lande nicht?
So ist es. Litauen behält auf Zinserträge 15 % ein; mit dem Formular DAS-1 senkst du den Satz vorab auf 10 % und rechnest den Rest in der Anlage KAP an. Lande behält als lettischer Vermittler nichts ein, die Zinsen fließen brutto und du versteuerst sie selbst. Einen fertigen Jahresreport für die deutsche Erklärung liefert bislang keine der beiden. Details stehen im Beitrag zu Steuern bei P2P-Krediten.
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