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InSoil Erfahrungen

B · 7,2
Am besten fürBesicherte Agrarkredite
ECSP-reguliertBesichert: Land & MaschinenKein Buyback, langsame Verwertung
Zuletzt aktualisiert:
8,0 %
Ø Nettorendite p. a.
2020
Gegründet
mittel-hoch
Risikoprofil

Bewertung im Detail

Datenlage: gut · Stand 02.08.2026
Sicherheit & Regulierung30 %
8,0
Transparenz25 %
9,0
Track Record & Stabilität20 %
6,0
Rendite & Konditionen15 %
5,0
Anlegerfreundlichkeit & Liquidität10 %
6,0

Wie wir bewerten →

Unsere Einschätzung

InSoil (vormals HeavyFinance) ist eine litauische P2P-Plattform für besicherte Agrarkredite: Anleger finanzieren europäische Landwirte, deren Darlehen mit Agrarland oder Maschinen besichert sind. P2P-Investments.de bewertet InSoil mit B (7,2/10) bei guter Datenlage. Die echten Stärken sind eine verifizierte ECSP-Lizenz der Bank of Lithuania, real besicherte Kredite und eine ungewöhnlich offene Portfolio-Statistik samt testierter Jahresabschlüsse. Der wichtigste Vorbehalt: Es gibt keine Rückkaufgarantie, ein erheblicher Teil des Portfolios ist zeitweise in der Abwicklung von Ausfällen gebunden, und die portfolioweit realisierte Nettorendite liegt deutlich unter den beworbenen Zinsen. Wie wir zu dieser Note kommen, erklärt unsere Bewertungsmethodik.

Was ist InSoil und für wen lohnt sich die Plattform?

InSoil ist auf ein einziges Segment spezialisiert: Kredite an kleine und mittlere Agrarbetriebe in Litauen, Lettland, Polen, Portugal und Bulgarien. Anders als bei den großen Konsumkredit-Marktplätzen sind die meisten Darlehen mit realen Sicherheiten unterlegt: erstrangige Pfandrechte an Agrarland oder Landmaschinen. Die Mindestanlage liegt bei 100 € je Kredit, investiert wird in Euro, und für das Investieren selbst fallen keine Gebühren an.

Die Plattform hieß bis 2025 HeavyFinance und positioniert sich seither als Klimafinanz-Marke: Neben klassischen Agrarkrediten gibt es zinslose „Green Loans", deren Rückfluss aus dem späteren Verkauf von CO₂-Zertifikaten kommen soll. InSoil passt zu Anlegern, die besicherte Realwerte und ein konkretes, sinnstiftendes Thema suchen und die im Gegenzug eine eingeschränkte Liquidität und lange Verwertungszeiten in Kauf nehmen. Wer dagegen breite Streuung über viele Kreditarten und eine Rückkaufgarantie erwartet, ist bei Mintos oder anderen Marktplätzen besser aufgehoben.

InSoil-Primärmarkt mit drei offenen Agrarkrediten aus Polen und Litauen: Rendite ab 11,7-13,8 %, Rating B bis A, Laufzeiten 30-48 Monate, Beleihung bis 56 %
Der InSoil-Primärmarkt: offene Agrarkredite mit Zins, Rating, Laufzeit und Beleihungsquote (LTV) auf einen Blick (Stand August 2026).

Wie funktioniert InSoil?

InSoil ist als Crowdfunding-Dienstleister nach der EU-weiten ECSP-Verordnung lizenziert. Betreiber ist die UAB Heavy Finance (Vilnius), die Lizenz Nr. LB002201 wurde am 14. Juli 2023 von der Bank of Lithuania erteilt. InSoil war die erste litauische Plattform mit dieser Lizenz. Rechtlich erwirbt man eine Kreditforderung gegen den jeweiligen Agrarbetrieb; die Zahlungen laufen über ein auf den Anleger lautendes, getrennt geführtes Konto beim Zahlungsdienstleister ConnectPay, einem litauischen E-Geld-Institut, das ebenfalls der Bank of Lithuania untersteht. Seit der Umstellung im Mai 2025 (zuvor Lemonway) erhält jeder Anleger dort ein eigenes IBAN-Konto statt eines Anteils an einem Sammelkonto. Diese Geldtrennung schirmt das Anlegerkapital bei einer Insolvenz der Plattform strukturell ab.

Der entscheidende Unterschied zu rückkaufbasierten Plattformen: InSoil vergibt direkt an Landwirte und sichert die Kredite mit realen Pfandrechten ab, statt eine Rückkaufgarantie zu geben. Fällt ein Kredit aus, springt also kein Originator ein, der die Forderung zurückkauft. Stattdessen wird die hinterlegte Sicherheit verwertet. Dieser Mechanismus prägt die Rendite stärker als bei den meisten Plattformen; was er konkret bedeutet, erklären wir weiter unten in einem eigenen Abschnitt. Investiert wird manuell oder über ein konfigurierbares Auto-Invest mit Filtern nach Zins, Laufzeit, Rating (A–D), Beleihung, Land und Sicherheitenart. Wer vorzeitig aussteigen will, nutzt den Sekundärmarkt (1 % Gebühr), dessen Liquidität allerdings begrenzt ist.

Was für Kredite gibt es bei InSoil?

Den Kern bilden besicherte Agrarkredite: rund 40 % über Agrarland, etwa die Hälfte über Landmaschinen und Equipment, der Rest über sonstige Sicherheiten. Die Beleihungsgrenzen liegen nach übereinstimmenden Reviews bei rund 90 % (Land) und 70 % (Maschinen), die Sicherheiten sind in der Regel erstrangig. Bei einem Teil der litauischen Kredite kommt eine Garantie des staatlichen litauischen Agrarkredit-Garantiefonds hinzu: Nach der Auswertung von rethink-p2p würde der Fonds im Ausfall bis zu 80 % der ausstehenden Kreditsumme erstatten, eine zusätzliche Absicherung, die es bei klassischen Konsumkredit-Plattformen nicht gibt. InSoil selbst führt den Fonds auf der Produktseite zu den Agrarkrediten nicht auf, du findest die Zusage also nur im jeweiligen Kreditvertrag. Die Bruttozinsen reichen von 11,6 bis 22,3 % (gewichtet 13 %), die Laufzeiten von 11 bis 48 Monaten (gewichtet 36). Es handelt sich um endfällige Kredite: Zinsen werden laufend gezahlt, das Kapital am Laufzeitende.

Daneben gibt es die Green Loans: zinslose Darlehen für regenerative Landwirtschaft, deren Rendite nicht aus Zinsen, sondern aus dem späteren Verkauf von CO₂-Zertifikaten stammen soll. Das ist das ambitionierteste und zugleich spekulativste Produkt: Die Erträge hängen von künftigen Carbon-Märkten und langen Zeiträumen ab und sind nicht klassisch besichert. Im Juni 2026 flossen nach Plattformangaben erstmals Erlöse aus dem Zertifikateverkauf, allerdings an die teilnehmenden Landwirte. Ob und wann bei Anlegern ein solches Aufgeld ankommt, ist bislang nicht belegt: Die sieben Green Loans, die im ersten Quartal 2026 und damit vor diesem Verkauf zurückgezahlt wurden, brachten annualisiert zwischen 0,00 und 0,80 %. Abgesehen davon findet sich meist etwas Investierbares, weil InSoil stetig neue Kredite anbahnt. Das Angebot ruht aber auf einem einzigen Sektor (Landwirtschaft) und wenigen Ländern, und die Performance schwankt deutlich nach Markt: Litauen (86,1 %) und Lettland (85,6 %) laufen weitgehend planmäßig, Portugal (62,1 %) und Polen (54,6 %) deutlich schlechter.

InSoil-Kreditdetailseite eines Agrarkredits: Betrieb in Polen mit 250 ha eigener Ackerfläche, Rendite ab 11,7 %, Rating B+, 48 Monate Laufzeit, 56 % Beleihung, mit Umsatz- und Bilanzangaben des Betriebs
Ein einzelnes InSoil-Kreditprojekt: Sicherheiten, Rendite, Rating und Geschäftszahlen des finanzierten Agrarbetriebs auf einen Blick (Stand August 2026).

Besichert statt Rückkauf: Was das für deine Rendite bedeutet

Die wichtigste Besonderheit von InSoil verdient eine eigene Erklärung, weil sie die Rendite stärker prägt als bei den meisten Plattformen. Bei rückkaufbasierten Anbietern wie Mintos oder PeerBerry kauft ein Originator einen ausgefallenen Kredit nach kurzer Frist (meist 60 Tage) zurück: Du bekommst Kapital und Zinsen und kannst sofort wieder anlegen. InSoil gibt diese Zusage bewusst nicht. Stattdessen steht hinter jedem Kredit eine reale Sicherheit (Land, Maschinen, bei einem Teil zusätzlich die Staatsgarantie). Zahlt ein Landwirt nicht, wird diese Sicherheit verwertet: InSoil treibt die Forderung ein, verwertet im Ernstfall das Pfand oder ruft die Garantie ab. „Verwertung" meint also den oft langwierigen Prozess, aus einer notleidenden Forderung über die Sicherheit wieder Geld zu machen. An die Stelle der schnellen Rückkaufzahlung tritt hier ein Eintreibungs- und Verwertungsverfahren.

Genau deshalb bleibt die realisierte Rendite hinter den beworbenen Zinsen zurück. Der Effekt läuft über zwei Kanäle:

  • Zeit statt Verlust. Eine Verwertung dauert nach unabhängigen Auswertungen im Schnitt rund 250 Tage; InSoil selbst nennt diesen Wert nicht. So lange ist dein Geld im ausgefallenen Kredit gebunden: Es ist meist nicht verloren, denn die Sicherheit deckt es in der Regel ab, und bisher wurde nach übereinstimmenden Berichten kein Kredit mit Verlust abgeschrieben; es arbeitet aber nicht und bringt in dieser Zeit keine Rendite. Zu jedem Zeitpunkt wird gut ein Fünftel des Portfolios nicht planmäßig bedient (im Quartalsbericht für das erste Quartal 2026 waren 22,2 % im Rückstand, davon 13,9 % seit mehr als 90 Tagen), sodass ein spürbarer Teil deines Kapitals dauerhaft brachliegt.
  • Cash Drag beim Anlegen. Zinsen laufen erst, wenn ein Kredit vollständig finanziert ist (bzw. 16 Werktage nach Vollfinanzierung); freies Geld zwischen zwei Investments verdient nichts.

Beides zusammen drückt die portfolioweite Nettorendite deutlich unter den Kuponzins. Während die im ersten Quartal 2026 vollständig zurückgezahlten Kredite im Schnitt 13,67 % erzielten, kommen unabhängige Auswertungen für ein gesamtes Portfolio auf weniger: Der Autor von rethink-p2p beziffert seine eigene erzielte Gesamtrendite auf 7,84 %, und Jean Galea zitiert eine Analyse von BeyondP2P, die die tatsächliche Netto-Rendite sogar auf rund 4,5 % schätzt. Realistisch liegt sie also eher bei 5 bis 8 % als bei den beworbenen 13 %. Das ist überwiegend ein Zeit-, kein Totalverlustproblem: Wer Geduld mitbringt und nicht auf schnelle Liquidität angewiesen ist, kann am Ende näher an den höheren Werten landen, sobald Verwertungen abgeschlossen sind; garantiert ist das aber nicht.

Wie wir InSoil bewerten

Wir bewerten fünf Kriterien mit festen Gewichten. Die sichtbare Aufschlüsselung oben fasst die Punkte zusammen; hier die Begründung mit Belegen (Stand August 2026).

Sicherheit & Regulierung (8/10). Das stärkste Kriterium. InSoil ist ECSP-lizenziert und untersteht der Bank of Lithuania, einer echten EU-Finanzaufsicht mit Vermögenstrennung über ConnectPay. Vor allem aber sind die Kredite real besichert: erstrangige Pfandrechte an Land und Maschinen, bei einem Teil zusätzlich die 80-%-Staatsgarantie. Damit hängt der Schutz nicht an der Bilanz eines einzelnen Garantiegebers, sondern an verwertbaren Realwerten. Kein voller Punktwert, weil es keine Rückkaufgarantie gibt, die Verwertung langsam und über einen vollständigen Konjunkturzyklus noch nicht durchgetestet ist, und die Green/Carbon-Kredite nicht klassisch besichert sind.

Transparenz (9/10). Hier gehört InSoil zu den offensten Plattformen am Markt: Die größte Lücke unserer Erstbewertung ist geschlossen. InSoil stellt inzwischen testierte Jahresabschlüsse für 2021 bis 2025 öffentlich bereit; Prüfer und jeweils uneingeschränktes Prüfungsurteil sind benannt, der Bericht zum Geschäftsjahr 2025 datiert vom 26. März 2026. Die quartalsweisen Portfolio-Reviews zeigen Recovery-Quoten je Jahres-Kohorte, Performance je Rating-Klasse und je Land (eine Granularität, die die meisten Anbieter nicht liefern), und die Statistikseite weist das ausgefallene Kapital als eigene Kennzahl aus. Eigentümer und Management (CEO Laimonas Noreika, zuvor FinBee) sind namentlich bekannt und die Gebühren vollständig offengelegt.

InSoil-Statistikseite mit Kennzahlen: 109,2 Mio. € Gesamtinvestition, 13 % gewichteter Zins, 57,8 Mio. € zurückgezahltes Kapital, sowie einem Wachstumsdiagramm der kumulierten Kreditvergabe seit Juni 2020
Die InSoil-Statistikseite: kumulierte Kreditvergabe von rund 109 Mio. € und bereits 57,8 Mio. € zurückgezahltem Kapital (Stand August 2026).

Kein voller Punktwert, weil die Schlagzeile „13 %" weiterhin deutlich über der realisierten Nettorendite liegt (auch wenn InSoil die Daten, die das zeigen, selbst offenlegt) und weil der Berichtsrhythmus dünn bleibt: Seit April 2025 sind fünf Portfolio-Reviews erschienen, für das zweite Quartal 2026 Anfang August noch keiner. Erwähnenswert ist außerdem ein Wechsel, den InSoil nicht kommentiert: Den Abschluss 2024 prüfte noch Grant Thornton Baltic, den Abschluss 2025 eine deutlich kleinere Kanzlei, ausgerechnet im ersten Jahr mit negativem Vorsteuerergebnis. Das ist für sich genommen kein Mangel, beide Urteile sind uneingeschränkt.

Track Record & Stabilität (6/10). Gemischt: Die neuen Zahlen heben sich gegenseitig weitgehend auf. Auf der Habenseite: InSoil verwaltet seit Juni 2020 Anlegergeld, hat 109 Mio. € vermittelt und über 16.000 Anleger; 2025 war mit 29,7 Mio. € vergebenem Volumen das bislang stärkste Jahr, und im Juni 2026 sagte der Kreditinvestor Pollen Street Capital (über 8 Mrd. € verwaltetes Vermögen) eine besicherte Fazilität über 120 Mio. € zu, eine Prüfung, die eine kleine Plattform nicht geschenkt bekommt. Die Agrarkrise ab 2022 (Krieg, Input-Kosten, Zinswende) hat die Plattform durchlaufen und transparent kommuniziert: Auszahlungen liefen weiter, Recovery-Fortschritte werden je Kohorte offengelegt. Gegenläufig zeigen die inzwischen testierten Abschlüsse aber keinen tragfähigen Ertragspfad: Nach dem Gewinn von 0,375 Mio. € im Jahr 2023 stand 2024 wieder ein Verlust von 1,64 Mio. €, und 2025 blieb das Ergebnis vor Steuern mit −0,18 Mio. € negativ: Der ausgewiesene Nettogewinn von 0,33 Mio. € entsteht allein durch einen Steuerertrag. Dem stehen 0,64 Mio. € Eigenkapital gegenüber 7,4 Mio. € Verbindlichkeiten gegenüber, die Belegschaft sank von 20 auf 13 Personen. Dazu kommt ein wachsender Abwicklungsüberhang aus der Krise, ein im ersten Quartal 2026 spürbar langsameres Neugeschäft und die Abhängigkeit von einem einzigen Sektor.

Rendite & Konditionen (5/10). Die Bruttozinsen sind hoch und transparent belegt, anlegerseitige Gebühren gering. Den Ausschlag gibt der oben erläuterte Abstand zwischen beworben und real: Cash Drag und die lange Abwicklung von Ausfällen drücken die portfolioweite Nettorendite auf geschätzt 5 bis 8 %, weit unter die beworbenen 13 %. Dass bislang kein Kredit mit Verlust abgeschrieben wurde, mildert das: Es ist überwiegend ein Zeit-, kein Totalverlustproblem. Mehr dazu im Wissensartikel Rendite und Risiken von P2P-Krediten.

Anlegerfreundlichkeit & Liquidität (6/10). Brauchbar, mit mehreren Abstrichen. Positiv: 100 € Mindestanlage, ein konfigurierbares Auto-Invest, gebührenfreie Ein- und Auszahlungen über ein eigenes IBAN-Konto und ein Sekundärmarkt. Dem stehen echte Hürden gegenüber: Die Liquidität am Zweitmarkt ist bei langen Laufzeiten und ohne Buyback begrenzt, es werden 15 % litauische Quellensteuer einbehalten (auf 10 % via DAS-1 reduzierbar), ein für die deutsche Steuererklärung fertiger Jahresreport fehlt noch, und eine eigene deutschsprachige Oberfläche ist nicht ausgewiesen. Zusätzlich verlangt der Zahlungsdienstleister ConnectPay eine eigene Verifizierung, und das Auszahlungskonto muss per 1-€-Überweisung bestätigt werden.

Datenlage und offene Punkte

Was sich zu InSoil nicht belastbar sagen lässt, ist die Qualität des Supports: Dazu gibt es nur Community-Signale, keine prüfbaren Kennzahlen. Das ist die einzige der 25 Prüffragen, die wir nicht aus belastbaren Quellen beantworten konnten. Datenlage: gut. Beide bei der Erstbewertung offenen Punkte sind erledigt: Die testierten Jahresabschlüsse liegen inzwischen öffentlich vor, samt der Zahlen für 2024 und 2025. Verifiziert sind außerdem die ECSP-Lizenz im Aufsichtsregister und die ungewöhnlich detaillierten Portfolio-, Recovery- und Gebührendaten. Das größte reale Risiko ist ohnehin nicht die Struktur, sondern die Performance: Solange gut ein Fünftel des Portfolios im Rückstand oder in der Abwicklung von Ausfällen steht, bleibt die tatsächlich realisierte Nettorendite deutlich hinter den Schlagzeilen zurück. Ob die Green/Carbon-Kredite ihre in Aussicht gestellten Erträge liefern, ist mangels abgeschlossener Zyklen noch nicht belegbar; die ersten zurückgezahlten Green Loans brachten Anlegern faktisch keine Rendite.

Für wen eignet sich InSoil?

InSoil passt zu Anlegern, die besicherte Realwerte einer reinen Rückkaufzusage vorziehen, das Agrar- und Klimathema bewusst suchen und mit langen Laufzeiten, begrenzter Liquidität und langen Rückflüssen bei Ausfällen umgehen können. Wer P2P ohnehin nur als kleine, breit gestreute Beimischung nutzt und Wert auf Regulierung und reale Sicherheiten legt, findet hier ein seriös aufgestelltes, ungewöhnlich transparentes Angebot. Wer dagegen kurze Laufzeiten, schnelle Liquidität, eine Rückkaufgarantie oder eine planbar hohe Nettorendite erwartet, wird enttäuscht: Die hohen beworbenen Zinsen kommen netto nur teilweise an, und Geld kann hier länger gebunden sein als gedacht. P2P bleibt eine Risikoanlage: Investiere nur Geld, dessen zeitweisen Ausfall du verschmerzen kannst, und streue über mehrere Plattformen und Segmente. Die Grundlagen dazu erklärt unser Wissensartikel P2P-Kredite: Grundlagen.

Stärken

  • ECSP-Lizenz der Bank of Lithuania (verifiziert, Nr. LB002201) und real besicherte Kredite: erstrangige Sicherheiten an Agrarland und Maschinen, bei einem Teil der litauischen Kredite zusätzlich eine 80-%-Staatsgarantie
  • Ungewöhnlich transparent: testierte Jahresabschlüsse 2021 bis 2025 öffentlich einsehbar, quartalsweise Portfolio-Reviews mit Recovery je Kohorte, Rating-Klasse und Land; gebührenarm (kein Investitionsentgelt, 1 % beim Verkauf am Zweitmarkt)
  • Sinnstiftende, besicherte Agrar- und Klimafinanzierung; nach Plattformangaben wurde bislang kein Kredit mit Verlust abgeschrieben

Schwächen

  • Keine Rückkaufgarantie: Gut ein Fünftel des Portfolios wird nicht planmäßig bedient, 13,9 % sind mehr als 90 Tage überfällig, und eine Verwertung dauert unabhängigen Auswertungen zufolge im Schnitt rund 250 Tage; Kapital kann lange gebunden sein
  • Große Lücke zwischen beworbenen 13 % Zins und der portfolioweit realisierten Nettorendite (unabhängige Schätzungen ~5–8 %) durch Cash Drag und Verzug
  • Begrenzte Liquidität am Zweitmarkt, 15 % litauische Quellensteuer und noch kein deutscher Steuerreport; keine ausgewiesene deutschsprachige Oberfläche; operativ noch nicht profitabel (2024 Verlust, 2025 negatives Vorsteuerergebnis)

Risikoprofil: mittel-hoch

Geeignet als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio. Investiere nur einen Teil deines Kapitals und streue zusätzlich über mehrere Plattformen. Die Inhalte auf dieser Seite dienen lediglich der Information und stellen keine Anlageberatung dar.

Updates

  • InSoil veröffentlicht inzwischen testierte Jahresabschlüsse für 2021 bis 2025, beide jüngsten Urteile uneingeschränkt; den Abschluss 2025 prüfte allerdings eine deutlich kleinere Kanzlei als zuvor Grant Thornton Baltic. Die Zahlen fallen gemischt aus: 2025 blieb das Ergebnis vor Steuern negativ, der ausgewiesene Gewinn entsteht allein durch latente Steuern. Dem stehen ein Rekordjahr beim vergebenen Volumen und eine Senior-Secured-Fazilität über 120 Mio. € von Pollen Street Capital gegenüber. Zwei Änderungen betreffen Anleger direkt: Ihre Gelder liegen seit Mai 2025 nicht mehr bei Lemonway, sondern auf einem je Anleger dedizierten IBAN-Konto beim litauischen E-Geld-Institut ConnectPay, und die Preisliste führt seit November 2025 eine Inaktivitätsgebühr von 10 € pro Monat, die nur ohne hinterlegtes Zahlungskonto greift. Portfolioseitig ist der Verzug leicht gestiegen, die Durchschnittsrendite zurückgezahlter Kredite gesunken, und die beworbene Schlagzeile wurde von „bis zu 14 %" auf „13 %" zurückgenommen. Note bleibt B.
  • Erstbewertung: Note B (7,0/10). ECSP-Lizenz der Bank of Lithuania (verifiziert, LB002201), real besicherte Agrarkredite (Land/Maschinen, teils 80-%-Staatsgarantie) und eine ungewöhnlich granulare Portfolio-Transparenz; gegenläufig keine Rückkaufgarantie, rund 18–20 % des Portfolios in langsamer Verwertung und eine deutliche Lücke zwischen beworbenen ~13 % und der portfolioweit realisierten Nettorendite.

Häufige Fragen

Ist InSoil seriös und reguliert?

Ja. Betreiber ist die UAB Heavy Finance aus Vilnius, die seit Juli 2023 eine ECSP-Crowdfunding-Lizenz der Bank of Lithuania hält (Nr. LB002201) und dort als aktiv beaufsichtigt geführt wird. Anlegergelder liegen getrennt vom Plattformvermögen beim litauischen E-Geld-Institut ConnectPay, das ebenfalls der Bank of Lithuania untersteht. Seit der Umstellung im Mai 2025 (zuvor Lemonway) hat dort jeder Anleger ein eigenes IBAN-Konto statt eines Anteils an einem Sammelkonto. InSoil ist der 2025 eingeführte neue Markenname der bisherigen Plattform HeavyFinance.

Wie hoch ist die Rendite bei InSoil?

Die Kredite tragen Bruttozinsen von rund 11,6 bis 22,3 % (gewichtet 13 %), und die im ersten Quartal 2026 vollständig zurückgezahlten Kredite erzielten im Schnitt 13,67 %. Portfolioweit liegt die realisierte Nettorendite aber deutlich darunter: Unabhängige Schätzungen nennen rund 5 bis 8 %. Grund sind Verzug und Cash Drag: Ein erheblicher Teil des Portfolios steckt in langsamer Verwertung, und Kapital bleibt zeitweise gebunden.

Wie sicher sind die Kredite bei InSoil, und gibt es eine Rückkaufgarantie?

Eine Rückkaufgarantie gibt es nicht. Stattdessen sind die Kredite real besichert: erstrangige Sicherheiten an Agrarland (Beleihung bis ~90 %) oder Landmaschinen (bis ~70 %); bei einem Teil der litauischen Kredite springt zusätzlich der staatliche litauische Agrarkredit-Garantiefonds ein, nach der Auswertung von rethink-p2p mit bis zu 80 % der ausstehenden Kreditsumme. Fällt ein Kredit aus, läuft die Verwertung der Sicherheiten: Das dauert unabhängigen Auswertungen zufolge im Schnitt rund 250 Tage.

Wie werden InSoil-Erträge in Deutschland versteuert?

Litauen behält automatisch 15 % Quellensteuer auf Zinserträge ein; über das Formular DAS-1 lässt sich der Satz auf 10 % senken (Doppelbesteuerungsabkommen). Die Erträge gehören in Deutschland in die Anlage KAP; die einbehaltene Quellensteuer wird dort als anrechenbare ausländische Steuer eingetragen. Einen klassischen, für die deutsche Steuererklärung fertigen Jahresreport bietet InSoil noch nicht: Daten müssen manuell exportiert werden.

InSoil vs. Mintos - welche Plattform ist besser?

Das sind zwei grundverschiedene Anlagen. Mintos ist ein breit gestreuter, MiFID-regulierter Kreditmarktplatz mit Hunderten Originatoren, überwiegend unbesicherten Konsumkrediten mit Rückkaufgarantie und einer realisierten Rendite um 11 %. InSoil ist ein ECSP-regulierter Spezialist für besicherte Agrarkredite ohne Buyback, bei dem die Sicherheit aus realen Pfandrechten statt aus einer Rückkaufzusage kommt, dafür aber mit langsamer Verwertung und niedrigerer realisierter Nettorendite. Wer breite Streuung und Liquidität will, ist bei Mintos besser aufgehoben; wer besicherte Realwerte sucht, bei InSoil. Mehr im Plattform-Vergleich.

InSoil vs. EstateGuru - welche Plattform ist besser für besicherte Kredite?

Beide finanzieren real besicherte Kredite ohne Rückkaufgarantie und wickeln Ausfälle über die Verwertung von Sicherheiten ab: EstateGuru über Immobilien, InSoil über Agrarland und Maschinen. Beide sind ECSP-reguliert und sehr datenoffen. Der Unterschied liegt im Track Record: Bei EstateGuru stehen über 60 % des Portfolios im Recovery (Verwertung teils über Jahre), bei InSoil rund ein Fünftel. InSoil steht hier aktuell besser da, ist aber jünger. Details im Plattform-Vergleich.

Wie kann ich über InSoil in Agrar- und Landwirtschaftskredite investieren?

Auf InSoil investierst du ab 100 € je Kredit in besicherte Darlehen an europäische Agrarbetriebe, manuell oder über ein konfigurierbares Auto-Invest (Filter nach Zins, Laufzeit, Rating, Beleihung, Land und Sicherheitenart). Agrarkredite sind ein Nischensegment: Die zweite spezialisierte Plattform ist Lande; worin sich die beiden unterscheiden, zeigt der Direktvergleich InSoil vs. Lande. Da beide stark auf einen einzigen Sektor konzentriert sind, gehört Landwirtschaft ins Depot nur als kleine, breit gestreute Beimischung. Ein Überblick im Plattform-Vergleich.