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Ventus Energy Erfahrungen

D · 2,0
Auszahlungen eingefrorenUnreguliert - BaFin-VerfügungRestrukturierung angekündigt
Zur Plattform
2024
Gegründet
sehr hoch
Risikoprofil

Bewertung im Detail

Datenlage: mittel · Stand 11.07.2026
Sicherheit & Regulierung30 %
2,0
Transparenz25 %
2,0
Track Record & Stabilität20 %
2,0
Rendite & Konditionen15 %
2,0
Anlegerfreundlichkeit & Liquidität10 %
2,0

Wie wir bewerten

Unsere Einschätzung

Ventus Energy ist eine estnisch-lettische Plattform für Energie-Projektdarlehen, die seit Mai 2026 keine Auszahlungen mehr leistet und ein gerichtliches Restrukturierungsverfahren angekündigt hat. P2P-Investments.de bewertet Ventus Energy mit D (2,0/10) - neu investieren kannst du derzeit ohnehin nicht, das Neugeschäft ist eingestellt. Dieser Artikel richtet sich vor allem an die mehr als 6.000 Bestandsanleger: Er zeichnet nach, was passiert ist, was mit dem Geld passieren kann und welche Schritte jetzt sinnvoll sind. Wie wir zu dieser Note kommen, erklärt unsere Bewertungsmethodik.

Was ist Ventus Energy und für wen lohnt sich die Plattform?

Ventus Energy ist kein Kreditmarktplatz, sondern der Finanzierungsarm einer Energiegruppe: Anleger geben der estnischen Ventus Energy Group OÜ direkte Darlehen, mit denen die Gruppe Heizkraftwerke, Solarparks, Wind- und Batteriespeicherprojekte im Baltikum kauft und betreibt. Dafür wurden je nach Projekt und Bonusstufe 16 bis 24 % Zinsen mit täglicher Gutschrift versprochen. Seit dem Start im September 2024 sammelte die Plattform so 96,2 Mio. € ein (Stand Juli 2026) - Deutschland war mit rund der Hälfte des Volumens der wichtigste Markt.

Die Frage, für wen sich die Plattform lohnt, hat sich vorerst erledigt: Neue Projekte gibt es seit dem 11. Juni 2026 nicht mehr, deutsche Gelder darf Ventus seit der BaFin-Verfügung ohnehin nicht mehr annehmen, und eingezahltes Kapital ist eingefroren. Interessant bleibt die Plattform aus zwei Gründen: für Bestandsanleger, die wissen wollen, woran sie sind - und als Lehrstück dafür, was zweistellige Zinsversprechen ohne Aufsicht bedeuten.

Was ist bei Ventus Energy passiert?

Der Fall hat sich über acht Monate aufgebaut. Die Chronik im Einzelnen:

24. Oktober 2025 - Warnliste der lettischen Aufsicht. Die Latvijas Banka listet Ventus Energy Group OÜ unter 15 Gesellschaften, die Anlagedienstleistungen ohne die erforderliche Lizenz erbringen - mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass solche Investments nicht unter das Anlegerschutzgesetz fallen und „das Risiko eines unwiederbringlichen Verlusts" tragen.

2. Dezember 2025 - Recherche dokumentiert Manipulation. Der Finanzblogger hinter karsten.me veröffentlicht eine Untersuchung, die drei Dinge belegt: ein Immobiliengutachten des früheren Crowdestor-Büros, das per PDF-Bearbeitung auf „Ventus Energy OU" umgeschrieben und an Anleger verteilt wurde (die Bearbeitungshistorie samt Nutzername des CEO war in der Datei sichtbar); Anlagenkäufe aus dem Umfeld des Gründers zu fragwürdigen Bewertungen - etwa das Biomassekraftwerk „Powerhouse Dambis" für 6,36 Mio. € bei 88.309 € Jahresgewinn 2024 und einem geschätzten fairen Wert von 0,88 bis 1,25 Mio. €; und Darlehensverträge, die es erlaubten, nicht bezifferte „fees and costs" von den Anlegergeldern einzubehalten, bevor sie das Projekt erreichen.

5. Mai 2026 - BaFin ordnet Abwicklung an. Die BaFin stellt per Bescheid fest, dass Ventus Energy in Deutschland unerlaubt das Einlagengeschäft betreibt (unbedingt rückzahlbare Gelder des Publikums ohne bankübliche Besicherung, § 1 KWG), und ordnet die sofortige Einstellung sowie die unverzügliche Rückzahlung der angenommenen Gelder an. Die Anleger erfahren davon nicht von der Plattform: Acht Tage nach Zugang des Bescheids spricht eine Ventus-E-Mail vom 13. Mai lediglich von einem „konstruktiven Dialog mit den zuständigen Aufsichtsstellen", wegen dessen das Deutschland-Geschäft „vorübergehend nicht verfügbar" sei. Öffentlich wird die Anordnung erst mit der BaFin-Veröffentlichung am 18. Mai.

25. Mai 2026 - Auszahlungen frieren ein. Der Zahlungsdienstleister Paysera beschränkt ausgehende Zahlungen von den Ventus-Konten; seither kommen Anleger nicht mehr an ihr Geld.

11. Juni 2026 - Restrukturierung angekündigt. Ventus kündigt per Anlegermitteilung ein gerichtliches Restrukturierungsverfahren nach dem estnischen Saneerimisseadus an - vergleichbar einem US-Chapter-11-Verfahren. Konkret heißt das: keine neuen Kredite, alle Zinsauszahlungen gestoppt (Zinsen werden nur noch dem Konto gutgeschrieben), die Early-Exit-Funktion ausgesetzt und offene Exit-Anträge storniert. Als Gründe nennt das Unternehmen die BaFin-Anordnung, gestörte Banken- und Zahlungsinfrastruktur sowie „gezielte Störaktionen", wegen derer in Estland Strafverfahren liefen - ohne Aktenzeichen oder Beteiligte zu nennen. Das Management kündigt einen umfassenden Rückzahlungsplan mit Szenarien und Zeitplänen zum 10. Juli 2026 an; die Rückzahlung soll vollständig aus dem strukturierten Verkauf der Energieanlagen finanziert werden.

16. Juni 2026 - Anleger-Call mit schrumpfenden Zahlen. Hatte ein zum Jahresende 2025 verteiltes PDF die Vermögenswerte noch mit 193 Mio. € beziffert, ist im Call nur noch von „mehr als 100 Mio. €" die Rede - dokumentiert im Investor-Guide von karsten.me. Ende Juni war der angekündigte Restrukturierungsantrag zudem noch nicht bei Gericht eingereicht.

10. Juli 2026 - Gesellschafterversammlung. Laut einer Mitteilung des CEO im offiziellen Telegram-Kanal billigten die Gesellschafter mehrere Restrukturierungsschritte: Die Restrukturierungs- und Schutzdokumentation soll zunächst den bestellten Rechtsberatern zur Prüfung vorgelegt werden - erst nach deren Freigabe soll der Antrag beim zuständigen estnischen Gericht eingereicht werden; ein Gerichtsantrag lag damit weiterhin nicht vor. Gebilligt wurde außerdem ein intern erarbeiteter Restrukturierungsplan mit vier möglichen Szenarien und einer angepeilten Rückzahlungsdauer von 2 bis 5 Jahren über Restrukturierungsmaßnahmen und den Verkauf der Anlagen. Neu ist zudem ein „Restructuring Committee" aus mehr als 20 Gläubigern, Branchenexperten und Meinungsführern: Es soll regelmäßige Updates direkt vom Ventus-Team erhalten, nicht-öffentliche Unterlagen (etwa Paysera-Korrespondenz) einsehen und sich mindestens zweiwöchentlich per Zoom treffen. Die Teilnahme ist freiwillig, Diskussionen sind aber per NDA vertraulich - für die breite Anlegerschaft heißt das: tiefere Einblicke bleiben einem ausgewählten, zum Schweigen verpflichteten Kreis vorbehalten, während alle anderen weiterhin nur allgemeine Updates erhalten. Konkrete Rückzahlungszahlen oder ein Gerichtsbeschluss stehen weiterhin aus - die Mitteilung ist eine unternehmenseigene Ankündigung, keine extern geprüfte Zusage.

Stand 11. Juli 2026 heißt das: Der für den 10. Juli angekündigte Rückzahlungsplan wurde intern beschlossen, aber nicht im Detail veröffentlicht, und die Gerichtseinreichung steht weiterhin aus. Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald mehr Details vorliegen.

Wie funktioniert Ventus Energy?

Der wichtigste Unterschied zu Marktplätzen wie Mintos: Bei Ventus finanzierst du keine Kredite an fremde Dritte, sondern leihst dein Geld direkt der Plattformgruppe selbst. Der CEO beschrieb das Modell im Interview mit p2pmarketdata (Oktober 2025) als „Energieproduktionsunternehmen, das über eine Online-Plattform Mezzanine-Kapital einsammelt". Projekte mussten manuell gezeichnet werden (ab 1.000 € je Projekt, ohne Auto-Invest), die Zinsen wurden täglich gutgeschrieben und kapitalisiert. Einen Zweitmarkt gab es nie; der einzige Weg zu vorzeitiger Liquidität war die plattformeigene Early-Exit-Funktion, über die bis Juli 2026 kumuliert 14,2 Mio. € - 14,8 % des finanzierten Volumens - zurückflossen. Seit dem 11. Juni 2026 ist auch sie ausgesetzt.

Eine Lizenz hielt die Gruppe dabei nie: kein ECSP-Crowdfunding-Mandat, keine Wertpapierfirma, keine Banklizenz. Ventus argumentierte, als geschlossene Finanzierung sei das Modell nicht zulassungspflichtig - die BaFin sah darin schlicht unerlaubtes Einlagengeschäft, die Latvijas Banka unlizenzierte Anlagedienstleistungen.

Nachrangig hinter Senior-Krediten: was Mezzanine für Anleger bedeutet

Die eigene Statistikseite ordnet das Anlegerkapital offen als Mezzanine-Kapital ein - und diese Einordnung entscheidet jetzt über die Rückzahlungschancen. Mezzanine heißt: In der Gläubigerreihenfolge stehen Anleger hinter den besicherten Senior-Krediten, aber vor dem Eigenkapital. Werden die Anlagen verkauft, werden zuerst rund 10 Mio. € Senior-Schulden bedient; erst danach kommen die rund 82 Mio. € der Anleger an die Reihe. Der als „Debt Free Equity" ausgewiesene Puffer von etwa 24 Mio. € beruht allein auf Selbstauskünften - extern geprüft wurde er nie.

Kapitalstruktur von Ventus Energy von September 2024 bis Juli 2026: Mezzanine-Kapital der Anleger wächst auf rund 82 Mio. €, dazu rund 10 Mio. € Senior-Schulden und rund 24 Mio. € ausgewiesenes Eigenkapital
Die Kapitalstruktur laut Ventus-Statistikseite (Stand Juli 2026): Das Anlegergeld (dunkelgrün) ist Mezzanine-Kapital - nachrangig zu Senior-Schulden, die Eigenkapital-Angabe ist ungeprüft.

Was für Kredite gibt es bei Ventus Energy?

Finanziert wurden ausschließlich Projekte der eigenen Gruppe, in drei Kategorien: Heizkraftwerke (Biomasse und Kraft-Wärme-Kopplung - nach eigener Aussage war die Gruppe zeitweise der größte private Wärmeanbieter Rigas), Solarparks und Wind- plus Batteriespeicherprojekte (BESS) in Lettland, Estland und Litauen. Ein typisches Beispiel: die Übernahme eines betriebsbereiten 2,66-MW-Solarparks bei Valmiera (Lettland) zu 17 % Jahreszins mit täglicher Zinsgutschrift und Laufzeit bis Oktober 2028.

Ventus-Energy-Projektseite: Übernahme eines betriebsbereiten Solarparks in Valmiera, 17 % Jahreszins, 1.000 € Mindestzeichnung, tägliche Zinsgutschrift, Laufzeit bis 26.10.2028, vollständig finanziert
Ein typisches Ventus-Projekt (Screenshot Juli 2026): 17 % Zins, 1.000 € Mindestzeichnung, tägliche Zinskapitalisierung - vollständig finanziert. Neue Projekte gibt es seit Juni 2026 nicht mehr.

Zur Kreditverfügbarkeit ist die Lage eindeutig: Seit der Restrukturierungsankündigung werden keine neuen Projekte mehr angeboten - es gibt nichts mehr zu investieren.

Ist Ventus Energy Betrug?

Die kurze, ehrliche Antwort: Eine Betrugsanklage gegen Ventus Energy oder ihre Organe ist Stand Juli 2026 nicht öffentlich bekannt. Der belegte Vorwurf der Aufsichtsbehörden lautet anders - Betreiben eines Einlagen- bzw. Anlagegeschäfts ohne Lizenz. Das ist ein Rechtsverstoß mit handfesten Folgen (Abwicklungsanordnung, Rückzahlungspflicht), aber kein festgestellter Betrug. Für eine nüchterne Einordnung lohnt der Blick auf beide Seiten der Beweislage.

Was gegen einen reinen Exit-Scam spricht: Die Anlagen existieren und arbeiten. Die Statistikseite weist monatlich Energieproduktion und Umsätze aus - in Wintermonaten über 20.000 MWh und zuletzt 1,4 bis 1,8 Mio. € Umsatz pro Monat. Ein Betrüger, der nur Geld einsammeln will, baut üblicherweise keine Heizkraftwerke, die Riga tatsächlich mit Wärme beliefern.

Monatliche Energieproduktion der Ventus-Anlagen von Dezember 2024 bis März 2026 nach Anlagentyp: Biomasse-Wärme, Kraft-Wärme-Kopplung, Strom und Regelenergie, in Wintermonaten über 20.000 MWh
Die Anlagen produzieren real: monatliche Energieproduktion laut Ventus-Statistikseite (Stand Juli 2026). Die Zahlen sind allerdings Selbstauskünfte - extern geprüft sind sie nicht.

Was Sorgen macht, ist die andere Seite. Erstens die dokumentierten Vorgänge: das auf Ventus umgeschriebene Bewertungsgutachten, die versteckten Gebühren, die Anlagenkäufe aus dem Gründerumfeld zu Preisen weit über plausiblen Bewertungen - alles mit Dokumenten belegt. Zweitens die Personalie: Gründer und Mehrheitseigentümer Jānis Timma betrieb zuvor die P2P-Plattform Crowdestor, deren Anleger rund 41 Mio. € nie zurückerhielten - teils unter derselben Rigaer Adresse. Drittens die Zahlen selbst: Die Gesellschaft hat laut estnischem Handelsregister für 2024 und 2025 keinen einzigen Jahresabschluss eingereicht, und die kommunizierten Vermögenswerte schrumpften binnen Monaten von 193 Mio. € auf „über 100 Mio. €".

Und schließlich die unbequeme Arithmetik: Alle Anlagen zusammen erlösten 2025 rund 8,6 Mio. € Umsatz - kein Gewinn, sondern Umsatz vor Brennstoff-, Personal- und allen übrigen Kosten. Die rechnerische Zinslast auf zuletzt rund 82 Mio. € Mezzanine-Kapital lag bei über 1,1 Mio. € pro Monat und erreichte damit die Größenordnung des gesamten Umsatzes. Das beweist kein Schneeballsystem - aber es zeigt ein Geschäftsmodell, das laufende Zinsen in dieser Höhe nur tragen konnte, solange frisches Anlegergeld nachfloss.

Monatlicher Umsatz der Ventus-Anlagen von Dezember 2024 bis März 2026 aus Wärme- und Stromverkauf, zwischen 0,06 und 1,8 Mio. € pro Monat, stark saisonal
Realer Umsatz, aber zu wenig für 16 bis 24 % Zinsen: Die Erlöse aller Anlagen (Stand Juli 2026) erreichen gerade die Größenordnung der monatlichen Zinslast - vor sämtlichen Betriebskosten.

Ob hinter alldem Missmanagement, Selbstbereicherung oder mehr steckt, werden Aufsichtsbehörden und Gerichte klären müssen. Für die Einordnung als Anleger reicht Schlichteres: Verifizierbar ehrlich war die Plattform nicht - und Vertrauen kann sie sich nur zurückverdienen, wenn der angekündigte Rückzahlungsplan kommt, plausibel ist und eingehalten wird.

Bekommen Ventus-Energy-Anleger ihr Geld zurück?

Die ehrliche Antwort: offen - möglich ist von einer nennenswerten Quote bis zum Totalverlust alles. Drei Faktoren entscheiden.

Erstens die Werthaltigkeit der Anlagen. Die Rückzahlung soll vollständig aus dem Verkauf des Energieportfolios finanziert werden. Ob die Erlöse die über 94 Mio. € Anlegerforderungen decken, hängt an Bewertungen, die nie extern geprüft wurden und binnen Monaten deutlich schrumpften. Das Dambis-Beispiel - Kauf für 6,36 Mio. €, geschätzter fairer Wert unter 1,3 Mio. € - mahnt, die eigenen Zahlen der Plattform nicht für bare Münze zu nehmen.

Zweitens der Rang der Forderung. Anleger sind Mezzanine-Gläubiger: Erst werden die Senior-Kredite bedient, dann sie. Immerhin: Weitere Großgläubiger sind nach den veröffentlichten Zahlen überschaubar, und die BaFin-Anordnung gibt deutschen Anlegern eine unbestreitbar fällige Forderung.

Drittens das Verfahren selbst. Das angekündigte estnische Restrukturierungsverfahren lässt das Management unter gerichtlicher Aufsicht im Amt. Der Rückzahlungsplan braucht die Zustimmung von Gläubigern, die mindestens zwei Drittel des Forderungswerts halten - und wichtig zu wissen: Wer nicht abstimmt, wirkt faktisch wie eine Nein-Stimme. Historisch wurden nur rund 13 % der estnischen Restrukturierungsverfahren mit angenommenem Plan abgeschlossen. Scheitert der Plan, folgt regelmäßig die Insolvenz - dann übernimmt ein unabhängiger Verwalter, der Transaktionen der letzten Jahre (etwa die Käufe aus dem Gründerumfeld) rückwirkend prüfen und anfechten kann.

Was du als Bestandsanleger jetzt konkret tun kannst:

  • Alles dokumentieren: Darlehensverträge, Kontoauszüge, jede Mitteilung der Plattform sichern - du brauchst die Belege für das Verfahren und später für das Finanzamt. Lies hier, wie du Verluste steuerlich geltend machen kannst.
  • Forderung beziffern und anmelden: Halte fest, wie viel Kapital und aufgelaufene Zinsen dir zustehen, und reagiere auf Verfahrensmitteilungen fristgerecht.
  • An Abstimmungen teilnehmen: Ob du dem Plan zustimmst oder nicht - Schweigen ist die schlechteste Option, weil es gegen den Plan zählt, ohne deine Interessen zu vertreten.
  • Strafanzeige prüfen: Eine Anzeige wegen unerlaubten Betreibens von Bankgeschäften ist kostenlos und stützt sich auf bereits amtlich festgestellte Tatsachen. Der Investor-Guide von karsten.me liefert dafür Vorlagen.
  • Anwaltskosten nüchtern abwägen: Deutsche Kanzleien werben derzeit intensiv um Ventus-Mandate, etwa für Arrestverfahren. Das kann im Einzelfall sinnvoll sein, kostet aber Geld ohne Erfolgsgarantie - gerade bei kleinen Anlagesummen das Honorar ins Verhältnis zur Forderung setzen.

Verluste sind steuerlich noch nicht angekommen

Solange das Verfahren läuft, ist dein Verlust steuerlich nicht endgültig und lässt sich nicht absetzen. Sichere jetzt alle Nachweise - ist die Plattform erst offline, kommst du an nichts mehr heran. Die Einzelheiten erklärt unser Artikel zu P2P-Krediten und Steuern.

Wie wir Ventus Energy bewerten

Wir bewerten fünf Kriterien mit festen Gewichten; die Aufschlüsselung oben fasst die Punkte zusammen. Die Note D (2,0/10) ist die niedrigste, die wir bislang vergeben haben - hier die Begründung mit Belegen (Stand Juli 2026).

Sicherheit & Regulierung (2/10). Es gibt keine Lizenz in irgendeinem EU-Staat - stattdessen zwei aufsichtliche Negativmaßnahmen: die Warnliste der Latvijas Banka und die Abwicklungsanordnung der BaFin. Anleger halten unbesicherte, nachrangige Forderungen gegen eine OÜ mit 4.166 € Stammkapital, ohne Vermögenstrennung und ohne jeden Schutzmechanismus. Die Anlagen gehören Konzerngesellschaften, nicht den Anlegern.

Transparenz (2/10). Die granulare Statistikseite und das namentlich bekannte Management sind mehr, als viele unregulierte Anbieter zeigen - aber nichts davon ist extern geprüft: Laut estnischem Register wurde für 2024 und 2025 kein Jahresabschluss eingereicht. Dazu kommen das dokumentiert manipulierte Gutachten, versteckte Gebühren, um Monate versetzte Vermögensangaben (193 Mio. € vs. „über 100 Mio. €") und die beschönigende Anlegermail nach der BaFin-Verfügung. Die Mittelverwendung bleibt im Kern unprüfbar.

Track Record & Stabilität (2/10). Betrieb mit Anlegergeld erst seit September 2024 - und schon im zweiten Jahr kumulieren die Vorfälle: Warnliste, BaFin-Anordnung, eingefrorene Zahlungskonten, gestoppte Zins- und Exit-Zahlungen, angekündigte Restrukturierung. Ob die Gesellschaft je profitabel war, ist mangels Abschlüssen unbekannt; das rasante Wachstum von 65,8 auf über 94 Mio. € binnen fünf Monaten spricht dafür, dass Auszahlungen wesentlich von frischem Kapital abhingen.

Rendite & Konditionen (2/10). Die beworbenen 16 bis 19,2 % Basiszins plus Boni waren ein Risikosignal, kein Angebotsvorteil: Der Umsatz aller Anlagen erreichte 2025 mit rund 8,6 Mio. € gerade die Größenordnung der Zinslast - vor allen Betriebskosten. Realisierte Renditen wurden nie veröffentlicht; seit Juni 2026 wird gar nichts mehr ausgezahlt. Die tatsächliche Rendite der meisten Anleger steht noch nicht fest und kann deutlich negativ enden.

Anlegerfreundlichkeit & Liquidität (2/10). Eingezahltes Geld ist derzeit real nicht herauszubekommen: Auszahlungen eingefroren, Early Exit ausgesetzt, kein Zweitmarkt, kein Auto-Invest, 1.000 € Mindestzeichnung. Der einzige Lichtblick ist die Kommunikation - der CEO beantwortet Anlegerfragen im offiziellen Telegram-Kanal direkt und regelmäßig.

Eine Neubewertung nehmen wir vor, sobald der Rückzahlungsplan vorliegt und sich am tatsächlichen Verlauf messen lässt. Eine Plattform, die eine solche Krise nachweislich ordentlich abwickelt, kann sich in unserer Bewertung verbessern - versprochen ist damit nichts.

Datenlage und offene Punkte

Unsere Note beruht auf 17 von 25 Prüffragen, die sich aus belastbaren Quellen beantworten ließen - Datenlage: mittel. Ungewöhnlich für eine Plattform in der Krise: Die Faktenlage zu den Vorwürfen ist gut dokumentiert (BaFin-Bescheid, Registerdaten, forensisch belegte Recherchen). Offen bleiben dagegen zentrale Bewertungsfragen: Es existiert kein geprüfter oder auch nur eingereichter Jahresabschluss, der ausgewiesene Eigenkapitalpuffer und die Anlagenwerte sind Selbstauskünfte, ein etwaiges Eigeninvestment der Gründer ist nicht nachweisbar, und zum Steuerreporting liegen keine Informationen vor. Die wichtigste offene Frage ist zugleich die entscheidende: was die Energieanlagen bei einem Verkauf tatsächlich erlösen.

Ventus Energy Erfahrungsberichte aus der P2P-Community

Die Community-Diskussion zu Ventus ist seit Mai 2026 naturgemäß von der Krise geprägt - und sie findet vor allem dort statt, wo auch das Unternehmen selbst präsent ist: im offiziellen Telegram-Kanal. Dort fällt etwas auf, das man bei kollabierenden Plattformen selten sieht: CEO Henrijs Jansons beantwortet Anlegerfragen persönlich, regelmäßig und auch dann, wenn sie unbequem sind. Diese Direktheit rechnen ihm viele Anleger hoch an - sie ist aber auch das Einzige, was derzeit fließt: Antworten, kein Geld. Dieselbe Führung hatte den Anlegern im Mai die BaFin-Anordnung als „konstruktiven Dialog" verkauft.

Bei älteren, positiven Erfahrungsberichten ist zusätzliche Vorsicht angebracht: Die karsten.me-Recherche dokumentierte im Dezember 2025, dass sieben P2P-Blogger über ein Optionsvehikel am Unternehmen beteiligt wurden - fünf davon empfahlen die Plattform, ohne die Beteiligung offenzulegen. Seit der Zahlungsblockade dominieren in Foren und Bewertungsportalen dagegen Berichte über eingefrorene Auszahlungen, und deutsche Anwaltskanzleien werben in Serie um Ventus-Mandate. Als Beleg für oder gegen eine Rückzahlung taugen Erfahrungsberichte in beide Richtungen nicht - die entscheidenden Fakten stehen im Verfahren, nicht in Reviews.

Für wen eignet sich Ventus Energy?

Für Neuanleger stellt sich die Frage nicht: Es gibt nichts zu investieren, und unsere Note D (2,0/10) spricht für sich. Auch wenn die Plattform irgendwann wieder öffnen sollte, gilt: ohne Lizenz, geprüfte Zahlen und einen belastbar abgewickelten Altbestand wäre ein Investment eine Wette, keine Geldanlage.

Für Bestandsanleger ist die Lage eine andere - ihnen bleibt aktives Forderungsmanagement: dokumentieren, Fristen wahren, an Abstimmungen teilnehmen und die Kommunikation der Plattform kritisch verfolgen (siehe oben). Grundsätzlich gilt bei P2P-Krediten, was dieser Fall schmerzhaft zeigt: Investiere nur Geld, dessen Verlust du verschmerzen kannst, und streue über Plattformen und Segmente - die Grundlagen erklärt unser Artikel P2P-Kredite: Grundlagen.

Welche Alternativen gibt es zu Ventus Energy?

Die Lehre aus dem Fall ist nicht, P2P-Kredite zu meiden - sondern die Preisschilder richtig zu lesen: 16 bis 24 % Zinsen ohne Lizenz, ohne Vermögenstrennung und ohne geprüfte Zahlen waren nie ein Geschenk, sondern der Preis für genau das Risiko, das sich jetzt materialisiert. Warum hohe Zinsen systematisch hohe Risiken bedeuten, zeigt unser Artikel Rendite und Risiken von P2P-Krediten - mit Ventus Energy als Fallstudie.

Wer stattdessen reguliert investieren will, findet im Plattform-Vergleich Anbieter mit realistischeren 8 bis 12 % Rendite und echter Aufsicht: Mintos (Note A, 8,0/10) ist die von der Latvijas Banka regulierte Wertpapierfirma mit der breitesten Streuung und getrennter Vermögensverwahrung. Wer wie bei Ventus den Bezug zu realen Sachwerten sucht, wird bei Lande (Note B, 7,7/10) fündig - ECSP-lizenzierte Agrarkredite, besichert mit Land und Maschinen bei durchschnittlich 43 % Beleihungsquote - oder bei InSoil (Note B, 7,0/10). Für regulierte Geschäftskredite steht Capitalia (Note B, 7,5/10) mit Track Record seit 2007. Eine regulierte P2P-Plattform speziell für Energieprojekte führt unser Vergleich derzeit nicht - diese Nische besetzte Ventus, mit bekanntem Ausgang. Solltest du eine solche Plattform andernorts finden, prüfe zuerst Lizenz und Nachrang - genau die beiden Punkte, an denen Ventus-Anleger jetzt leiden.

Stärken

  • Reale, produzierende Energieanlagen: Die Gruppe veröffentlicht monatlich Produktions- und Umsatzdaten ihrer Heizkraftwerke, Solar- und Speicherprojekte - ein reiner Exit-Scam sieht anders aus
  • Ungewöhnlich direkte Krisenkommunikation: Der CEO beantwortet Anlegerfragen im offiziellen Telegram-Kanal persönlich, dazu Anleger-Calls und eine granulare Statistikseite
  • Am 10. Juli 2026 billigten die Gesellschafter einen Restrukturierungsplan mit vier Szenarien und einer angepeilten Rückzahlungsdauer von 2 bis 5 Jahren; die Rückzahlung soll über Restrukturierungsmaßnahmen und den Verkauf der Energieanlagen erfolgen

Schwächen

  • Auszahlungen seit dem 25. Mai 2026 eingefroren, Zins- und Early-Exit-Zahlungen gestoppt - es gibt keinen verbindlichen Rückzahlungstermin
  • Keine Lizenz in der EU: Die BaFin stufte das Geschäft als unerlaubtes Einlagengeschäft ein; Anleger halten unbesicherte, nachrangige Forderungen gegen eine estnische OÜ mit 4.166 € Stammkapital, die nie einen Jahresabschluss eingereicht hat
  • Dokumentierte Warnsignale: ein manipuliertes Bewertungsgutachten, nicht offengelegte Gebühren, Anlagenkäufe aus dem Gründerumfeld zu fragwürdigen Preisen und die Crowdestor-Vorgeschichte des Gründers

Risikoprofil: sehr hoch

Geeignet als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio. Investiere nur einen Teil deines Kapitals und streue zusätzlich über mehrere Plattformen. Die Inhalte auf dieser Seite dienen lediglich der Information und stellen keine Anlageberatung dar.

Updates

  • Gesellschafterversammlung vom 10.07.2026 (laut CEO-Mitteilung im offiziellen Telegram-Kanal): Freigabe der Restrukturierungsdokumentation an die bestellten Rechtsberater vor Einreichung beim zuständigen estnischen Gericht - ein Gerichtsantrag liegt weiterhin nicht vor. Intern beschlossener Restrukturierungsplan mit vier Szenarien, avisierte Rückzahlungsdauer 2-5 Jahre über Restrukturierungsmaßnahmen und Anlagenverkauf. Zusätzlich Einrichtung eines "Restructuring Committee" aus mehr als 20 Gläubigern mit NDA-gebundenem Zugang zu nicht-öffentlichen Unterlagen; die breite Anlegerschaft erhält weiter nur allgemeine Updates. Note unverändert (D, 2,0/10): Die Ankündigung ist eine unternehmenseigene, nicht extern geprüfte Absichtserklärung ohne konkrete, belastbare Rückzahlungszusage oder Gerichtsbeschluss.
  • Erstbewertung nach Methodik v1.4: Note D (2,0/10). Unlizenzierte Energie-Kreditplattform in akuter Krise: BaFin-Abwicklungsanordnung wegen unerlaubten Einlagengeschäfts (05.05.2026), Auszahlungen seit 25.05.2026 eingefroren, Zins- und Exit-Zahlungen gestoppt, gerichtliche Restrukturierung angekündigt (Rückzahlungsplan avisiert zum 10.07.2026). Anleger halten unbesicherte, nachrangige Forderungen gegen eine estnische OÜ ohne eingereichten Jahresabschluss.

Häufige Fragen

Ist Ventus Energy insolvent?

Formell nicht - Stand Anfang Juli 2026 läuft kein Insolvenzverfahren. Ventus Energy hat am 11. Juni 2026 ein gerichtliches Restrukturierungsverfahren nach estnischem Recht angekündigt; Ende Juni war der Antrag bei Gericht allerdings noch nicht eingereicht. Auszahlungen sind seit dem 25. Mai 2026 eingefroren, Zinsen werden nur noch gutgeschrieben, nicht ausgezahlt. Scheitert die Restrukturierung, ist ein Insolvenzverfahren die wahrscheinliche Folge.

Bekommen Ventus-Energy-Anleger ihr Geld zurück?

Das ist offen. Die Rückzahlung soll allein aus dem Verkauf der Energieanlagen finanziert werden - ob deren Erlös die über 94 Mio. € Anlegerforderungen deckt, hängt an Bewertungen, die zwischen 193 Mio. € und „über 100 Mio. €“ schwankten und nie extern geprüft wurden. Anleger stehen als Mezzanine-Gläubiger zudem hinter besicherten Senior-Krediten. Ein Totalverlust ist möglich, eine Teilrückzahlung ebenso - die Gesellschafter billigten am 10. Juli 2026 laut CEO-Mitteilung einen intern erarbeiteten Restrukturierungsplan mit vier Szenarien und einer angepeilten Rückzahlungsdauer von 2 bis 5 Jahren, doch öffentlich einsehbare Details und die Einreichung beim estnischen Gericht stehen weiterhin aus.

Ist Ventus Energy Betrug?

Eine Betrugsanklage gegen Ventus Energy oder ihre Organe ist Stand Juli 2026 nicht öffentlich bekannt. Belegt ist ein anderer Vorwurf: Die BaFin stufte das Geschäft als unerlaubtes Einlagengeschäft ein - ein Lizenzverstoß, kein Betrugsvorwurf. Die Anlagen existieren und produzieren nachweislich Energie. Dokumentiert sind aber ernste Warnsignale: ein per PDF-Bearbeitung manipuliertes Bewertungsgutachten, versteckte Gebühren und die Vorgeschichte des Gründers bei der gescheiterten Plattform Crowdestor. Ob dahinter Missmanagement oder mehr steckt, müssen Behörden und Gerichte klären.

Was bedeutet die BaFin-Verfügung für deutsche Anleger?

Die BaFin hat Ventus Energy mit Bescheid vom 5. Mai 2026 aufgegeben, das ohne Erlaubnis betriebene Einlagengeschäft sofort einzustellen und die von deutschen Anlegern angenommenen Gelder unverzüglich zurückzuzahlen. Das verschafft deutschen Anlegern eine klare, fällige Forderung - Geld herbeischaffen kann die Anordnung aber nicht: Ob und wann gezahlt wird, hängt vom Restrukturierungsverfahren und den Verkaufserlösen der Anlagen ab.

Kann ich bei Ventus Energy noch investieren?

Nein. Seit der Restrukturierungsankündigung vom 11. Juni 2026 werden keine neuen Projekte mehr angeboten, und deutsche Anlegergelder darf Ventus Energy schon seit der BaFin-Verfügung vom Mai 2026 nicht mehr annehmen. Auch Bestandsanleger kommen derzeit nicht an ihr Geld: Auszahlungen und die Early-Exit-Funktion sind ausgesetzt.

Kann ich Verluste bei Ventus Energy von der Steuer absetzen?

Noch nicht. Solange das Restrukturierungsverfahren läuft und Rückflüsse möglich sind, gilt der Verlust steuerlich als nicht endgültig - erst wenn feststeht, welche Quote Anleger erhalten, lässt sich der Ausfall in der Anlage KAP ansetzen. Wichtig ist, jetzt alle Belege zu sichern (Verträge, Kontoauszüge, Mitteilungen der Plattform). Die Details erklärt unser Artikel zu P2P-Krediten und Steuern.

Ventus Energy vs. Mintos - welche Plattform ist besser?

Die beiden trennt strukturell fast alles: Mintos ist eine von der Latvijas Banka regulierte Wertpapierfirma (MiFID II) mit getrennter Vermögensverwahrung, Hunderten Kreditgebern und realistischen 8-12 % Rendite - unsere Note A (8,0/10). Ventus Energy war nie lizenziert, hat Auszahlungen eingefroren und restrukturiert; unsere Note D (2,0/10). Für Neuanlagen ist der Vergleich eindeutig zugunsten von Mintos entschieden. Mehr im Plattform-Vergleich.

Gibt es seriöse P2P-Alternativen zu Ventus Energy?

Ja - allerdings mit realistischeren Renditen von 8 bis 12 % statt beworbener 16 bis 24 %. Reguliert und von uns deutlich besser bewertet sind etwa Mintos (A 8,0, MiFID-II-Wertpapierfirma), Lande (B 7,7, ECSP-lizenziert, besicherte Agrarkredite) und Capitalia (B 7,5, ECSP-lizenziert, Geschäftskredite). Eine regulierte P2P-Plattform speziell für Energieprojekte gibt es in unserem Vergleich derzeit nicht - genau diese Nische besetzte Ventus mit dem bekannten Ausgang.